Ida Lupino, Jahrgang 1918, ist einer der großen Stars des klassischen Hollywood. Nach ihren Anfängen im britischen Kino der 1930er Jahre ist ihr der Sprung nach Amerika gelungen, und dort war sie bis in die 1970er Jahre als Schauspielerin erfolgreich. Doch bis heute ist nur wenigen bekannt, dass sie auch hinter der Kamera ein eigenständiges Werk geschaffen hat. Als unabhängige Regisseurin und Produzentin widmete sie sich furchtlos brisanten Stoffen und begab sich in einen kritischen Dialog mit dem klassischen Hollywood und dem Amerika der 1950er Jahre. Als eine von ganz wenigen Frauen wechselte sie gekonnt zwischen den beiden Seiten der Kamera – stets mit einer großen Sensibilität für die vielschichtigen Möglichkeiten des Mediums und immer mit einem so eigenen wie auch eigenwilligen Blick. Gleichzeitig vollzog Ida Lupino früh und erfolgreich den Schritt vom big screen der Kinos zum small screen des Fernsehens und war in diesem neuen Medium über Dekaden sowohl als Regisseurin wie auch als Schauspielerin äußerst produktiv. Anlässlich ihres 100. Geburtstags ist es nun an der Zeit, Ida Lupinos künstlerisches Schaffen mit neuem Blick zu betrachten, gerade auch weil ihre subtile Gesellschaftskritik überraschend aktuell ist.
Mit Beiträgen von Johannes Binotto, Elisabeth Bronfen, Stella Castelli, Lukas Foerster, Morgane Ghilardi, Fabienne Liptay, Ivo Ritzer, Hannah Schoch, Barbara Straumann und Murièle Weber.
- »Acht Aufsätze und Analysen ihrer sieben Regiearbeiten vermitteln darin ein gutes Bild nicht nur der Regisseurin Lupino. Es geht auch um die Entwicklung ihrer Screen Persona von ihren Anfängen im britischen Kino, über ihre Rollen in Hollywoods anglophiler Phase der späten Dreißiger und frühen Vierziger bis hin zum amerikanischen Icon. Schön herausgearbeitet werden dabei die Unterschiede zu Kolleginnen wie Greer Garson und Joan Fontaine, die dem viel stärker verhaftet blieben. Es geht um Lupinos »Eigenwilligkeit« vor und hinter der Kamera, um ihre Verwendung von Stilmitteln wie Plansequenzen, um die Kadrage, auch in ihren Fernseharbeiten. Ebenso werden die Paarbildungen am Ende ihrer Filme diskutiert, die sich vom traditionellen Happy End Hollywoods unterscheiden.« (Frank Arnold in epd Film).
- »Ein Buch, das ihr Leben und Werk angemessen würdigt«, schreibt Hans Helmut Prinzler.
- »Der Band ist einerseits umfangreich und enzyklopädisch, andererseits aber auch vertieft interpretierend angelegt, so dass er sich auf dem deutschsprachigen Buchmarkt verdientermaßen als das Standardwerk zu Lupino etablieren dürfte. […] Er macht Lust auf die (Wieder-)Begegnung mit einer Pionierin des Kinos, deren Filme zahlreiche Themen der US-amerikanischen Nachkriegsgesellschaft reflektieren, und ist zudem, wie man es von der ›Deep Focus‹-Reihe des Bertz + Fischer-Verlags nicht anders kennt, ein üppig illustrierter Prachtband, der auch haptisches Vergnügen bereiten dürfte.« (Wieland Schwanebeck, Medienwissenschaft 1/2019

