Gesellschaften unter Handlungszwang

Existenzielle Probleme, Normalität und Kritik
IfS Aus der Reihe 2
128 Seiten
ISBN: 978-3-86505-852-2
Erscheinungstermin: 1. März 2024

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Klimawandel, Armutsmigration, Krieg: Wir stehen vor einer ganzen Reihe existenzieller Probleme, die spätmoderne Gesellschaften ebenso herausfordern wie deren Gesellschaftswissenschaften – und beide allem Anschein nach überfordern. Der Band fragt danach, wie der Problemschwere zunächst wissenschaftlich, sodann aber auch gesellschaftlich überhaupt Rechnung zu tragen wäre: Was bräuchte es, um den existenziellen Charakter von Problemen zu realisieren, also zum einen zu erkennen, zum anderen aber auch zur Leitlinie des eigenen Handelns zu machen? Was verhindert die so verstandene Realisierung der großen Fragen unserer Zeit? Und wie wäre es um die überkommenen Formen gesellschaftlicher Normalitätsproduktion bestellt, wenn existenzielle Probleme als solche anerkannt und angegangen würden? Das Buch ist als Debattenband konzipiert, in dem die Herausgeber auf kritische Repliken zu ihren jeweiligen Positionen gemeinsam Stellung beziehen.

Mit Beiträgen von Christine Hentschel, Susanne Krasmann, Henning Laux, Stephan Lessenich und Thomas Scheffer.

Die Herausgeber:
Stephan Lessenich [orcid], Prof. Dr., ist Professor für Gesellschaftstheorie und Sozialforschung an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Direktor des Instituts für Sozialforschung (IfS). Seine jüngste Buchveröffentlichung »Nicht mehr normal. Gesellschaft am Rande des Nervenzusammenbruchs« erschien 2022 bei Hanser Berlin.

Thomas Scheffer [orcid], Prof. Dr., Studium der Soziologie in Bielefeld, ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt interpretative Sozialforschung am Institut für Soziologie der Goethe-Universität Frankfurt. Aus Feld- und Diskursforschungen in Verwaltung, Recht und Politik entwickelte er mit der trans-sequenziellen Analyse (TSA) eine Forschungsstrategie zu den Episoden und Prozessen bedingter Problemarbeit. Aktuell forscht er zur Soziologie existenzieller Probleme. Zentrale Bücher: »Asylgewährung« (2001), »Adversarial Case-Making« (2010), »Criminal Defence and Procedure« (mit Kati Hannken-Illjes und Alexander Kozin, 2010), »Polizeilicher Kommunitarismus« (mit Christiane Howe, Eva Kiefer, Dörte Negnal und Yannik Porsché, 2017).

Die Beiträger*innen:
Christine Hentschel [orcid], Prof. Dr., ist Professorin für Kriminologie, insbesondere Sicherheit und Resilienz, am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Sie beschäftigt sich mit Zukunftspraktiken im Angesicht planetarer Unsicherheit und post/apokalyptischen Imaginationen und Affekten der Gegenwart. Im Sommersemester 2022 war sie Fellow am Käte Hamburger Centre for Apocalyptic and Post-Apocalyptic Studies in Heidelberg und seit Dezember 2023 ist sie Co-Sprecherin der DFG-Kollegforschungsgruppe »Zukünfte der Nachhaltigkeit« an der Universität Hamburg.

Susanne Krasmann [orcid], Prof. Dr., ist Professorin für Soziologie am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Ihre derzeitigen Forschungsschwerpunkte sind: Architektur im Anthropozän; Affektive Wahrheit und situierte Kollektivität; Dispositive der Sicherheit; Studien zur Gouvernementalität.

Henning Laux [orcid], Prof. Dr., ist Professor für Soziologische Theorien der Wissensgesellschaft an der Leibniz Universität Hannover. Er hat zuvor in Mainz und Glasgow studiert, in Jena promoviert und in Bremen, Chemnitz und Hamburg gelehrt. Kürzlich ist sein Buch »Risikodemokratie. Chemnitz zwischen rechtsradikalem Brennpunkt und europäischer Kulturhauptstadt« (mit Jenni Brichzin und Ulf Bohmann, 2022) erschienen. Aktuell erforscht er mit Lea Zierott und Clara Wieghorst die Polis der Weltrettung.