Feldverhältnisse

Irritation und Erkenntnis im Forschungsprozess
IfS Aus der Reihe 4
224 Seiten, 15 Fotos
ISBN: 978-3-86505-854-6
Erscheinungstermin: 8. September 2025

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Die qualitativ-interpretative Forschungspraxis wird von Irritationen, Staunen und ›Stolpern‹ begleitet. Welche neuen Perspektiven eröffnen sich auf die Konstitution des Feldes, wenn wir unseren Blick genau auf diese Momente des Infragestellens richten? Was lehren sie uns über die Feldverhältnisse, das heißt über die gesellschaftliche und materielle Bedingtheit, die räumliche Anordnung sowie die soziale Eingebundenheit des Forschens? Inwiefern werden schließlich die akademische Wissensproduktion und ihre Methoden durch die Menschen, denen wir im Feld begegnen, und ihr Feldwissen herausgefordert? Die versammelten Essays diskutieren diese Fragen anhand von Forschungserfahrungen und dem dabei gesammelten empirischen Material und zeigen, wie die auf den ersten Blick als Irritationen erscheinenden Herausforderungen sich im Laufe des Forschungsprozesses als produktiv erweisen können. Dadurch liefern sie Impulse für die Erweiterung des methodischen und konzeptuellen Repertoires interpretativer Sozialforschung sowie für die kritisch-reflexive gegenstandsbezogene Theoretisierung ebenso unterschiedlicher wie komplexer gesellschaftlicher Phänomene wie Wohnungslosigkeit, Mafia, Religiosität, psychotherapeutische Behandlung, Covid-19-Pandemie, Erwerbslosigkeit, Care-Arbeit, Migration und Kulturpolitik.

Annette Hilscher, studierte in Berlin, Paris, Freiburg und Lyon Soziologie, Politikwissenschaften und Romanistik. Sie promovierte in deutsch-französischer Cotutelle im Themenfeld (Anti-)Rassismus am Institut für Sozialforschung Frankfurt und der Sorbonne Université Paris. Aktuell ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Gender- und Frauenforschungszentrum der Hessischen Hochschulen (gFFZ) mit Sitz an der Frankfurt University of Applied Sciences und forscht zu Care-Arbeit. [https://orcid.org/0009-0009-4851-7918]

Minna Ruokonen-Engler, hat Sozial- und Kulturwissenschaften in Jyväskylä and Canterbury studiert und promovierte zu Migration, Geschlecht und transnationaler Zugehörigkeit im Rahmen des interdisziplinären DFG-Graduiertenkollegs »Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Dimensionen von Erfahrung« in Frankfurt am Main. Sie ist derzeit Projektleiterin am Institut für Sozialforschung und beschäftigt sich in ihrem von der DFG geförderten Forschungsprojekt mit Migration, Sozialer Mobilität und Generationenbeziehungen. Zudem ist sie als Forschungskoordinatorin an der Frankfurt University of Applied Sciences tätig. https://orcid.org/0009-0005-1732-6386

Beiträger*innen:
Ina Braune [orcid], studierte Soziologie und Psychologie in Jena und Frankfurt am Main. Seit 2022 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im DFG-Projekt »Psychotherapeutische Behandlung arbeitsbezogenen Leidens in Deutschland« am Institut für Sozialforschung. Sie promoviert an der Goethe-Universität Frankfurt mit einer Arbeit zu (sorge-)arbeitsbezogenen Geschlechtervorstellungen in der Psychosomatik.

Miryam Frickel [orcid], hat Sozialwissenschaften und Politikwissenschaft in Leipzig, Tallinn und Kassel studiert. Sie war von 2021 bis 2025 Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Clusterinitiative »ConTrust: Vertrauen im Konflikt« an der Goethe-Universität Frankfurt, wo sie ihre Dissertation über die sizilianische Mafia und Transformationsentwürfe auf Sizilien schrieb. Von 2016 bis 2017 lebte sie in Palermo, Sizilien, und arbeitete dort bei einer Antimafiaorganisation.

Saskia Gränitz [orcid], absolvierte an der Universität Leipzig den Bachelor der Sozialwissenschaften und Philosophie mit Kernfach Politikwissenschaft sowie in Jena den Master der Gesellschaftstheorie. Seit 2022 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin für Publikationen am Institut für Sozialforschung und leitet die Redaktion der Fachzeitschrift »WestEnd«. Zuvor promovierte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der LMU München über die Wiederkehr der Wohnungsnot.

Ruth Manstetten, hat Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Freiburg, Frankfurt und Budapest studiert. Seit 2024 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schwerpunkt für Kultursoziologie an der Goethe-Universität Frankfurt im Projekt »Grenzen des Helfens unter Bedingungen multipler Krisen«. Zuvor war sie Doktorandin am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Universität Gießen, wo sie ihre Dissertation zu Erwerbslosigkeit und Kritik an der Erwerbsgesellschaft schrieb.

Claudia Willms [orcid], hat Kulturanthropologie, Soziologie und Historische Ethnologie in Frankfurt am Main und in Stockholm studiert. Nach Durchführung internationaler Archivrecherchen zum Leben und Werk des Soziologen Franz Oppenheimer (1864–1943) promovierte sie mit einer biografischen Arbeit zu deutsch-jüdischen Identitätskonstruktion desselben im Rahmen einer »Cotutelle de thèse« (Frankfurt/Basel). Im interdisziplinären LOEWE-Schwerpunkt »Religiöse Positionierung« war sie als Postdoktorandin für das soziologische Teilprojekt und die ethnografische Studie zum Thema »Religiöser Antikapitalismus?« verantwortlich. Seit 2023 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Kultursoziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Farid Zarioh, studierte Soziologie, Philosophie und Deutsche Philologie in Mainz und Cardiff. Nach dem Magisterstudium war er Lehrbeauftragter in Forschungslernseminaren des Praxismoduls am Soziologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Im Rahmen des »Qualitätspakts Lehre« arbeitete er dort bis 2020 zudem im fachübergreifenden Projekt »LOB – Lehren, Organisieren, Beraten«. Gegenwärtig ist er als freier Dozent in der Hochschullehre tätig. Er promoviert zu Museen als Institutionen der öffentlichen Kultur.