Rassismus und Sexismus sind als Herrschaftsverhältnisse und Formen der Diskriminierung ebenso allgegenwärtig wie (formal) geächtet. Adultismus – die Macht der Erwachsenen über die Kinder – wird hingegen kaum thematisiert. Gleichwohl durchdringt er das Familienleben, das Bildungswesen, die Raumgestaltung, die Rechtssysteme und den politischen Diskurs. Adultismus ist in fast allen Gesellschaften so alltäglich, dass er selten als Problem wahrgenommen wird und unhinterfragt an die nächste Generation weitergegeben wird. Auch in den Wissenschaften ist er bisher kaum untersucht worden.
Die Autoren liefern eine gründliche, leicht zugängliche Einführung in die theoretischen Grundlagen des Adultismus und schildern dessen praktische Auswirkungen. Anhand zahlreicher Beispiele analysieren sie ihn als systemische Form der Diskriminierung und untersuchen, wie er sich entwickelt hat und durch Sprache, Institutionen und alltägliche Praktiken reproduziert wird.
Dieses Buch beschreibt nicht nur den Status quo, sondern bietet eine Vision für Widerstand und Transformation. Es skizziert, wie Adultismus – sowohl von Erwachsenen als auch von jungen Menschen – infrage gestellt werden kann (und schon wird). Ziel ist es, gemeinsam eine gerechtere Zukunft zu gestalten – im privaten und beruflichen wie auch im politischen Bereich.
Das Standardwerk, das nun in dritter Auflage erscheint, wurde umfassend überarbeitet und aktualisiert.


