Das DEFA-Kino als Pflicht und Kür

Filmtexte von Ralf Schenk
512 Seiten, 52 Fotos
Hardcover, 14,8 x 21 cm, Fadenheftung
16 Seiten in Farbe
ISBN: 978-3-86505-427-2
Erscheinungstermin: 15. September 2026

39,00 €

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Schriftstücke des Filmjournalisten und Filmhistorikers Ralf Schenk (1956–2022), des Kinoliebhabers und Zeitzeugen der DEFA. Mit seinen Kritiken, Essays, Büchern und Interviews mit Filmschaffenden aller Gewerke schrieb er eine Geschichte der DEFA, veranschaulichte und vergegenwärtigte sie. Seine in die Tausende gehenden Filmtexte, die er akribisch chronologisch in Leitz-Ordnern abgeheftet hatte, bilden eine Fundgrube für die filmhistorische Forschung. Eine Auswahl dieser Texte wird in diesem Band vorgestellt.

Ralf Schenk begriff Film als künstlerisches Ausdrucksmittel von Ort und Zeit, als Kommunikationsmittel zwischen den Völkern, zwischen den Ideologien. Nahezu jedem Film konnte er einen interessanten Aspekt abgewinnen. Sei es eine besondere stilistische Ästhetik, eine dramaturgische Finesse, eine kluge Erzählweise oder aber auch die Geschichte um einen Film. Liebenswert ernsthaft und doch mit feinem Humor besprach er das Gesehene, schwärmte von neuen Namen, schwelgte in Assoziationen und benannte in großer Gelassenheit Unzulänglichkeiten. Den DEFA-Filmbestand hatte er verinnerlicht. Ralf Schenk kannte die Filme, ihren Entstehungskontext und die Personen. Es gelang ihm, den größeren Zusammenhang darzustellen. Ein Zusammenhang, der an keiner Grenze aufhörte – weder im Westen und schon gar nicht im Osten.

Stefanie Eckert, geb. 1980 in Ost-Berlin. Studium der Audiovisuellen Medienwissenschaften an der Hochschule für Film und Fernsehen »Konrad Wolf«. Seit 2001 in der DEFA-Stiftung tätig – vom Praktikum bis zur langjährigen Referentin des Vorstands. 2008 Publikation zur Stiftungsgeschichte in der Transformationszeit: »Das Erbe der DEFA«. Leitet seit 2020 als Vorstand die DEFA-Stiftung. Schwerpunkte, u. a. Begleitung von Restaurierungsprojekten, Verankerung des DEFA-Films im akademischen Diskurs sowie Vermittlung des Filmerbes.

Anke Leweke, geb. 1962 in Düsseldorf. Studium der Rechtswissenschaften, erste Filmkritiken bei dem links-alternativen Sender radio100 in Berlin. Seit 1992 tätig als freie Filmjournalistin bei print (taz, Die Zeit), Radio (radioeins, Deutschlandradio Kultur), Feature über Ang Lee, Pedro Almodóvar und Edward Young für den WDR. Gemeinsam mit Raj Roy Publikation und Filmreihe »The Berlin School: Film from the Berliner Schule«, Museum of Modern Art, New York, December 2013. Von 2001 bis 2019 Mitglied im Auswahlkomitee der Berlinale (Wettbewerb und Forum) und als Delegierte zuständig für das iranische Kino, Programmberaterin der Festivals in Hongkong, Shanghai und Cartagena, Auswahlkomitee Dok Leipzig seit 2021.

Linda Söffker, geb. 1969 in Eberswalde. Studium der Kultur- und Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von 1997 bis 1999 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums, danach Wechsel zur Berlinale. Von 2010 bis 2022 Leiterin der Sektion »Perspektive Deutsches Kino«. Von 2022 bis 2025 wissenschaftliche Referentin und Redakteurin bei der DEFA-Stiftung. Veröffentlichungen in diversen Publikationen als Autorin oder Herausgeberin.